Brotkrumenpfad

ThemenCheck Medizin: Das Verfahren im Überblick

Verlässliche medizinische Hilfe zu bekommen, ist in Deutschland in der Regel nicht schwer. Doch nicht alle medizinischen Fragen zu Untersuchungs- und Behandlungsverfahren sind bereits beantwortet. Auch Patientinnen und Patienten oder Angehörige stoßen immer wieder auf offene Fragen, die  wissenschaftlich untersucht werden sollten.

Bürgerinnen und Bürger können beim ThemenCheck Medizin jederzeit medizinische Themen vorschlagen, die aus ihrer Sicht wissenschaftlich untersucht werden sollten.

Wenn ein Thema eine dringende medizinische Frage betrifft, die noch unbeantwortet ist, entsteht in Zusammenarbeit mit externen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ein sogenannter HTA-Bericht: eine Bewertung von Gesundheitstechnologien (engl. Health Technology Assessment).

Bürgerinnen und Bürger stellen Fragen

Themen von HTA-Berichten können Untersuchungsverfahren und Behandlungsmethoden sein. Den Berichten liegt meist ein fester Fragenkatalog zugrunde, zum Beispiel: Was sind medizinische Vor- und Nachteile eines Verfahrens? Ist es besser als bisherige Verfahren? Welche Kosten sind damit verbunden? Sind ethische oder rechtliche Aspekte zu beachten? Hat das Verfahren gesellschaftliche Auswirkungen? 

​Aber: Fragen zur persönlichen Krankheitsgeschichte können nicht beantwortet werden. Auch die Bewertung von Arzneimitteln ist im ThemenCheck nicht vorgesehen - denn dafür gibt es andere Bewertungsverfahren.

HTA-Berichte liefern Antworten

Für einen HTA-Bericht wird die wissenschaftliche Literatur zu den Fragen der Bürgerinnen und Bürger recherchiert. Die Forschungsergebnisse werden zusammengefasst, bewertet und mit Handlungsempfehlungen veröffentlicht.

Die HTA-Berichte leitet das IQWiG an Institutionen in Deutschland weiter, die z. B. über die Leistungen und Struktur des Gesundheitswesens entscheiden. Auf diese Weise sollen die Ergebnisse von HTA-Berichten direkte Auswirkungen auf die Versorgung von Patientinnen und Patienten haben.

Der Ablauf in Kürze

Themen für einen HTA-Bericht können über ein Internet-Formular vorgeschlagen werden, der Zugang dazu wird mit der E-Mail-Adresse angefordert. Das ThemenCheck-Team prüft innerhalb weniger Arbeitstage, ob sich aus einem Vorschlag eine Frage für einen HTA-Bericht ableiten lässt. Wenn das der Fall ist, wird eine kurze Beschreibung des HTA-Themas erstellt und in die öffentliche Themenliste aufgenommen.

Einmal pro Jahr startet das IQWiG eine zweistufige Themenauswahl: Aus Vorschlägen in der Themenliste ermittelt das Institut pro Jahr bis zu fünf Themen, die für die Patientenversorgung in Deutschland besonders bedeutsam sind. Dabei wird sowohl die Bürger- und Patientensicht als auch die wissenschaftliche Perspektive mit einbezogen.

Alle, die ein Thema vorgeschlagen haben, erfahren per E-Mail von den Ergebnissen der Themenauswahl.

Im Jahr 2016 startet die erste Themenauswahl nach einer verkürzten Vorschlagsphase von drei Monaten. Die Arbeit an ersten HTA-Berichten soll dann Mitte 2017 beginnen. Mit den ersten HTA-Berichten ist im Jahr 2018 zu rechnen.