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ThemenCheck Medizin: Neue gesetzliche Aufgabe für das IQWiG

Das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (GKV-VSG) brachte 2015 eine neue Aufgabe für das IQWiG mit sich: ein öffentliches Vorschlagsverfahren für HTA-Berichte.

Im §139b (5) des Sozialgesetzbuchs V (SGB V) ist vorgesehen, dass Versicherte und interessierte Einzelpersonen beim IQWiG Themen für sogenannte HTA-Berichte vorschlagen können: die wissenschaftliche Bewertung von medizinischen Verfahren und Technologien (engl. Health Technology Assessment).

Das öffentliche Vorschlagsverfahren für HTA-Berichte war zuvor (2000 - 2015) eine Aufgabe des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI).

HTA-Berichte liefern Antworten

Für einen HTA-Bericht wird die wissenschaftliche Literatur zu den Fragen der Bürgerinnen und Bürger recherchiert, die Forschungsergebnisse werden zusammengefasst und bewertet. Daraus ergeben sich auch Empfehlungen zum weiteren Vorgehen.

In den HTA-Berichten werden stets Nutzen und Schaden eines medizinischen Verfahrens bewertet. Darüber hinaus werden auch, abhängig vom jeweiligen Thema, seine ökonomischen, ethischen, rechtlichen, sozialen und organisatorischen Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung von Patientinnen und Patienten berücksichtigt.

Der gesetzliche Auftrag

Aus den Vorschlägen der Bürgerinnen und Bürger soll das IQWiG die für die Patientenversorgung in Deutschland besonders bedeutsamen Themen auswählen und bearbeiten.

Grundsätzlich werden alle Themen, zu denen sich eine wissenschaftliche Fragestellung formulieren lässt, in die öffentliche Themenliste aufgenommen. Ausgenommen davon sind Themen, die ausschließlich die Bewertung von Arzneimitteln beinhalten: Der Gesetzgeber hat Medikamente ausdrücklich vom ThemenCheck Medizin ausgenommen (§139a SGB V Abs 3 Nrn 1 und 2), da es zu Arzneimitteln bereits andere Verfahren der Bewertung gibt.

In einem zweistufigen Verfahren wählt das IQWiG Themen für HTA-Berichte aus: In der ersten Stufe trifft ein Auswahlbeirat, in dem sowohl die Bürger- und Patientensicht als auch die wissenschaftliche Perspektive vertreten sind, eine Auswahl von bis zu 15 Themen aus einem Vorschlagszeitraum. In der zweiten Stufe wählt die IQWIG-Institutsleitung im Benehmen mit dem erweiterten Fachbeirat daraus jährlich bis zu fünf Themen, zu denen dann mit Unterstützung von externen Sachverständigen HTA-Berichte entstehen. Der erweiterte Fachbeirat besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der den Stiftungsrat der Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit bildenden Organisationen sowie einer Vertreterin beziehungsweise einem Vertreter des BMG.

Die HTA-Berichte folgen der anerkannten Methodik des IQWiG und werden auch bei Gesundheitsinformation.de abgebildet.