Brotkrumenpfad

ThemenCheck Medizin: Vom Thema zum HTA-Bericht

Jedes Jahr werden bis zu fünf Themen fürHTA-Beriche ausgewählt: Die wissenschaftliche Bewertung des jeweiligen medizinischen Verfahrens erstellen externe Wissenschaftler-Teams mit methodischer und klinischer Expertise. Sie arbeiten also nicht im IQWiG, sondern bei anderen Forschungsinstitutionen und werden über ein Vergabeverfahren (z. B. eine Ausschreibung) vom IQWiG mit den HTA-Berichte beauftragt.

Sobald feststeht, welches externe Wissenschaftler-Team sich mit welchem Thema befasst, beginnt die Arbeit am HTA-Bericht: Das IQWiG-Team stimmt zunächst mit dem jeweiligen Wissenschaftler-Team das Vorgehen bei der Berichterstellung ab. Grundlage für das Vorgehen sind dabei die Allgemeinen Methoden des IQWiG.

Im Jahr 2016 startete das erste Auswahlverfahren und im Januar 2017 standen die fünf Themen für die ersten HTA-Berichte fest. Die ersten finalen HTA-Berichte erschienen sukzessive ab Juli 2019.

In zwei Schritten zum HTA-Bericht

Der HTA-Bericht entsteht in zwei Schritten: Zuerst erstellen die externen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen vorläufigen HTA-Bericht, der veröffentlicht wird für ein öffentliches Stellungnahmeverfahren: Alle Interessierten – Sachverständige wie auch Bürgerinnen und Bürger – haben dann die Möglichkeit, den vorläufigen HTA-Bericht zu kommentieren.

Alle Stellungnahmen werden von den externen Wissenschaftler-Teams ausgewertet. Sofern nötig, passen sie dann den HTA-Bericht an. Der finale HTA-Bericht des Wissenschaftler-Teams wird zusammen mit einem Herausgeber-Kommentar des IQWiG beim ThemenCheck Medizin veröffentlicht.

Ergebnisse allgemeinverständlich

Zentrale Frage der HTA-Berichte ist: Welchen Nutzen und/oder Schaden bringt ein medizinisches Verfahren für die Betroffenen mit sich? Abhängig vom jeweiligen Thema werden darüber hinaus auch seine ökonomischen, ethischen, rechtlichen, sozialen und organisatorischen Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung von Patientinnen und Patienten berücksichtigt. 

Die HTA-Berichte umfassen allerdings nicht nur die wissenschaftliche Bewertung, sondern immer auch einen Teil, in dem die Antworten auf die Fragen des Berichts allgemeinverständlich dargelegt werden: HTA kompakt. Wie vom Gesetzgeber vorgesehen, wird über die Ergebnisse auch auf Gesundheitsinformation.de berichtet.

Ziele des HTA-Berichts

Die HTA-Berichte leitet das IQWiG an Institutionen in Deutschland weiter, die etwa über Leistungen und Struktur des Gesundheitswesens entscheiden, z. B. den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Auf diese Weise sollen die Ergebnisse von HTA-Berichten direkte Auswirkungen auf die Patientenversorgung in Deutschland haben, z. B. bei Behandlungsentscheidungen im Gespräch von Patient und Arzt oder auch bei Systementscheidungen von Selbstverwaltung und Politik.