Brotkrumenpfad

ThemenCheck Medizin: Vom Thema zum HTA-Bericht

Jedes Jahr werden bis zu fünf Themen ausgewählt, zu denen HTA-Berichte entstehen: Den sogenannten Basisbericht erstellen unterschiedliche Wissenschaftler-Teams, die nicht im IQWiG arbeiten. Nach Abschluss des Auswahlverfahrens startet ein Vergabeverfahren (z. B. eine Ausschreibung), um die externen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit methodischer und klinischer Expertise für die HTA-Berichte zu gewinnen.

Sobald feststeht, welches externe Wissenschaftler-Team sich mit welchem Thema befasst, beginnt die Arbeit am HTA-Bericht: Das IQWiG-Team stimmt zunächst mit dem jeweiligen Wissenschaftler-Team das Vorgehen bei der Berichterstellung ab. Grundlage für das Vorgehen dabei sind die Allgemeinen Methoden des IQWiG.

Im Jahr 2016 startet voraussichtlich das erste Auswahlverfahren nach einer verkürzten Vorschlagsphase von drei Monaten. Die wissenschaftliche Arbeit an ersten HTA-Berichten soll dann Mitte 2017 beginnen - und braucht ihre Zeit. Mit den ersten HTA-Berichten ist deshalb im Jahr 2018 zu rechnen.

Vom Basisbericht zum HTA-Bericht

Der HTA-Bericht entsteht in zwei Schritten: Zuerst erstellen die externen Wissenschaftler einen sogenannten "vorläufigen" Basisbericht. Mit seiner Veröffentlichung beim ThemenCheck Medizin startet ein öffentliches Stellungnahmeverfahren: Alle Interessierten – Sachverständige wie auch Bürgerinnen und Bürger – haben dann die Möglichkeit, den Basisbericht zu kommentieren.

Alle Stellungnahmen werden von den externen Wissenschaftler-Teams ausgewertet. Sofern nötig, passen sie dann den Basisbericht an. Das Ergebnis ist der Basisbericht des Wissenschaftler-Teams, der zusammen mit einem Herausgeber-Kommentar des IQWiG beim ThemenCheck Medizin veröffentlicht wird. Basisbericht und Herausgeber-Kommentar ergeben zusammen den fertigen HTA-Bericht.

Ergebnisse allgemeinverständlich

In den Berichten werden stets Nutzen und Schaden eines medizinischen Verfahrens bewertet. Darüber hinaus werden auch, abhängig vom jeweiligen Thema, seine ökonomischen, ethischen, rechtlichen, sozialen und organisatorischen Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung von Patientinnen und Patienten berücksichtigt. 

Die HTA-Berichte, Bewertungen von Gesundheitstechnologien, umfassen allerdings nicht nur die wissenschaftliche Bewertung, sondern immer auch einen Teil, in dem die Antworten auf die Fragen des Berichts allgemeinverständlich dargelegt werden. Wie vom Gesetzgeber vorgesehen, wird über die Ergebnisse auch auf Gesundheitsinformation.de berichtet. 

Ziele des HTA-Bericht

Die Berichte leitet das IQWiG an Institutionen in Deutschland weiter, die z. B. über die Leistungen und Struktur des Gesundheitswesens entscheiden. Auf diese Weise sollen die Ergebnisse von HTA-Berichten direkte Auswirkungen auf die Patientenversorgung im deutschen Gesundheitswesen haben, z. B. bei Behandlungsentscheidungen im Gespräch von Patient und Arzt oder auch bei Systementscheidungen von Selbstverwaltung und Politik.