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ThemenCheck Medizin: Zweistufige Themenauswahl

Einmal pro Jahr startet das IQWiG eine zweistufige Themenauswahl: Aus Vorschlägen in der Themenliste ermittelt das Institut pro Jahr bis zu fünf Themen, die für die Patientenversorgung in Deutschland besonders bedeutsam sind. Dabei wird sowohl die Bürger- und Patientensicht als auch die wissenschaftliche Perspektive mit einbezogen. 

Gehen Vorschläge nach dem Start eines Auswahlverfahrens ein, werden sie bei der Auswahl im nächsten Vorschlagszeitraum berücksichtigt. Im Jahr 2016 startet das erste Auswahlverfahren nach einer verkürzten Vorschlagsphase von drei Monaten. Die Arbeit an ersten HTA-Berichten, den Bewertungen von Gesundheitstechnologien, soll dann Mitte 2017 beginnen.

ThemenCheck: Wird eine HTA-Frage gestellt?

Zunächst prüft das ThemenCheck-Team, ob ein Vorschlag die Voraussetzungen für die öffentliche Themenliste erfüllt und sich daraus eine wissenschaftliche Fragestellung für einen HTA-Bericht ableiten lässt.

Um offene Fragen zu klären, nimmt das IQWiG-Team gegebenenfalls einige Arbeitstage nach Themeneingang (per E-Mail oder telefonisch) Kontakt mit Ihnen auf. Das IQWiG informiert Sie auch über das Ergebnis der Prüfung per E-Mail.

Falls ein Vorschlag grundsätzlich geeignet ist, formuliert das IQWiG einen Titel und eine Kurzbeschreibung der wissenschaftlichen Fragestellung. In einer E-Mail sind dann der Titel und eine Bearbeitungsnummer (Identifikationscode) enthalten.

Der Vorschlag wird mit diesen Angaben in die öffentliche Themenliste aufgenommen. Anhand des Identifikationscodes ist ein Vorschlag dort eindeutig zu identifizieren.

Persönliche Daten und der Wortlaut der eingereichten Vorschlags werden vom IQWiG vertraulich behandelt und nicht veröffentlicht.

Themenauswahl mit Bürger- und Patientensicht

Einmal pro Jahr wird zu einem Stichtag die Themenliste aus einem Vorschlagszeitraum geschlossen. Danach startet das zweistufige Auswahlverfahren: Aus allen Vorschlägen in der Themenliste werden bis zu fünf Themen ausgewählt, zu denen ein HTA-Bericht entsteht. Das Auswahlverfahren dauert insgesamt etwa fünf Monate.

Das IQWiG-Team sammelt zunächst wissenschaftliche Informationen zu den Vorschlägen in der Themenliste und wertet sie aus. Diese Auswertung orientiert sich u. a. an der Anzahl der betroffenen Patientinnen und Patienten, am Schweregrad und an der Belastung durch eine Erkrankung, am Vorhandensein wissenschaftlicher Studien zur Fragestellung, an den Kosten eines Verfahrens oder auch an Hinweisen auf Versorgungsprobleme. Das Ergebnis ist schließlich eine gewichtete Liste aller Themenvorschläge.

Auswahlstufe 1: Aus der gewichteten Liste aller Themenvorschläge wählt ein Auswahlbeirat bis zu 15 Themen aus. Die Mitglieder dieses Gremiums vertreten sowohl die Bürger- und Patientensicht wie auch die wissenschaftliche Perspektive.

Auswahlstufe 2: In der zweiten Stufe entscheidet die IQWIG-Institutsleitung mit Vertretern der Trägerorganisationen der Stiftung über bis zu fünf Themen pro Jahr, zu denen ein HTA-Bericht entsteht.

Alle, die ein Thema vorgeschlagen haben, erfahren per E-Mail von den Ergebnissen der Themenauswahl.

Es besteht kein Rechtsanspruch auf die Annahme oder Auswahl eines Themenvorschlags.