Brotkrumenpfad

ThemenCheck Medizin: Verfahrensregeln

Bürgerinnen und Bürger können beim ThemenCheck Medizin jederzeit Themen vorschlagen. Das IQWiG hat den gesetzlichen Auftrag aus diesen Vorschlägen Themen auszuwählen und zu bearbeiten. Die Themen müssen als Frage für eine wissenschaftliche Untersuchung geeignet sein. Damit dieses Verfahren funktionieren kann, braucht es feste Regeln, die wir im Folgenden erläutern.

Thema vorschlagen

Ihr Thema können Sie über ein Internet-Formular eingeben. Vorschläge per Brief, Fax oder E-Mail sind nicht möglich. Den Zugriff auf das Vorschlagsformular erhalten Sie nach Angabe einer E-Mail-Adresse, die folgenden Zwecken dient:

  • Wir senden den Link zum Zugriff auf das Vorschlagsformular an diese Adresse.
  • Nach Eingabe Ihres Vorschlags erhalten Sie eine Bestätigung per E-Mail.
  • Die Mail-Adresse dient auch zur Kontaktaufnahme, falls sich Fragen zu Ihrem Thema ergeben sollten.
  • Sie werden über den Bearbeitungsstand Ihres Vorschlags informiert.

Aufnahme von Vorschlägen

Grundsätzlich werden alle Themen, zu denen sich eine wissenschaftliche Fragestellung formulieren lässt, in die öffentliche Themenliste aufgenommen. Ausgenommen davon sind Themen, die ausschließlich die Bewertung von Arzneimitteln beinhalten: Der Gesetzgeber hat Medikamente ausdrücklich vom ThemenCheck Medizin ausgenommen, da es zu Arzneimitteln bereits andere Verfahren der Bewertung gibt.

Um offene Fragen zu klären, nimmt das IQWiG-Team gegebenenfalls einige Arbeitstage nach Themeneingang (per E-Mail oder telefonisch) Kontakt mit Ihnen auf. Das IQWiG informiert Sie über das Ergebnis der Themenprüfung per E-Mail: Falls Ihr Vorschlag grundsätzlich geeignet ist, formuliert das IQWiG einen Titel und eine Kurzbeschreibung der wissenschaftlichen Fragestellung. Sie erhalten dann per E-Mail den Titel und eine Bearbeitungsnummer (Identifikationscode).

Der Vorschlag wird mit diesen Angaben in die öffentliche Themenliste mit allen Themen-vorschlägen beim ThemenCheck Medizin aufgenommen. Anhand des Identifikationscodes können Sie Ihren Vorschlag dort eindeutig identifizieren.

Ihre persönlichen Daten und der Wortlaut des von Ihnen eingereichten Vorschlags werden vom IQWiG vertraulich behandelt und nicht veröffentlicht.

Themenauswahl

Einmal pro Jahr wird zu einem Stichtag die Liste der geeigneten Vorschläge geschlossen und es startet das zweistufige Auswahlverfahren: Aus allen Themen werden bis zu fünf Vorschläge ausgewählt, zu denen eine wissenschaftliche Bewertung von medizinischen Verfahren und Technologien (engl. Health Technology Assessment, kurz HTA), ein sogenannter HTA-Bericht erstellt wird. Das Auswahlverfahren dauert insgesamt etwa fünf Monate.

Das IQWiG-Team sammelt zunächst wissenschaftliche Informationen zu den Themen in der Vorschlagsliste und wertet sie aus. Diese Auswertung orientiert sich u. a. an der Anzahl der betroffen Patientinnen und Patienten, am Schweregrad und an der Belastung durch eine Erkrankung, am Vorhandensein wissenschaftlicher Studien zur Fragestellung, an den Kosten eines Verfahrens oder auch an Hinweisen auf Versorgungsprobleme. Das Ergebnis ist schließlich eine gewichtete Liste aller Themenvorschläge.

Auswahlstufe 1: Aus der gewichteten Liste aller Themen eines Vorschlagszeitraums wählt ein Auswahlbeirat bis zu 15 Themen aus. Die Mitglieder dieses Gremiums vertreten sowohl die Bürger- und Patientensicht wie auch die wissenschaftliche Perspektive.

Auswahlstufe 2: Aus der Vorauswahl der ersten Stufe bestimmt die IQWIG-Institutsleitung mit Vertretern der Trägerorganisationen der Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen jährlich bis zu fünf Themen, zu denen ein HTA-Bericht entsteht.

Sobald die Themenauswahl abgeschlossen ist, erfahren alle Themengeber per E-Mail von den Ergebnissen des Auswahlverfahrens.

Es besteht kein Rechtsanspruch auf die Annahme oder Auswahl eines Themenvorschlags. Alle Vorschläge in der Themenliste bleiben erhalten, eine Rücknahme ist nicht möglich. 

HTA-Bericht

Jedes Jahr werden bis zu fünf Themen ausgewählt, zu denen HTA-Berichte entstehen. Den sogenannten Basisbericht erstellen unterschiedliche Wissenschaftler-Teams, die nicht im IQWiG arbeiten.

Sobald feststeht, welches externe Wissenschaftler-Team sich mit welchem Thema befasst, beginnt die Arbeit am HTA-Bericht: Das IQWiG-Team stimmt zunächst mit dem jeweiligen Wissenschaftler-Team das Vorgehen bei der Berichterstellung ab. Grundlage für das Vorgehen dabei sind die Allgemeinen Methoden des IQWiG.

Öffentliche Stellungnahmen zum HTA-Bericht

Der HTA-Bericht entsteht in zwei Schritten: Zuerst erstellen die externen Wissenschaftler einen sogenannten "vorläufigen" Basisbericht. Mit seiner Veröffentlichung auf themencheck-medizin.iqwig.de startet ein öffentliches Stellungnahmeverfahren: Alle Interessierten – Bürgerinnen und Bürger sowie Expertinnen und Experten – haben dann die Möglichkeit, den vorläufigen Basisbericht zu kommentieren.

Alle Stellungnahmen werden von den externen Wissenschaftler-Teams ausgewertet. Sofern nötig, passen sie dann den Bericht an. Das Ergebnis ist der Basisbericht des Wissenschaftler-Teams, der zusammen mit einem Herausgeber-Kommentar des IQWiG beim ThemenCheck Medizin veröffentlicht wird. Basisbericht und Herausgeber-Kommentar ergeben zusammen den fertigen HTA-Bericht.

Datenschutz bei Themenvorschlägen

Für das Erheben, Nutzen und Verarbeiten von personenbezogenen Daten im Zusammenhang mit einem Themenvorschlag beachtet das IQWiG die Regelungen des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG).

Der Wortlaut eines Themas und der Namen der Person, die ein Thema eingereicht hat, werden grundsätzlich nicht veröffentlicht. Entsteht aus einem Themenvorschlag ein HTA-Bericht, kann der Name mit ausdrücklicher Zustimmung der Themengeberin oder des Themengebers im Bericht genannt werden.